Amsterdam · Leben mit Minis · Reisen mit Minis

Amsterdam mit Kleinkindern

Amsterdam! Die Stadt stand schon immer auf meiner Liste, der Städte, die ich unbedingt mal erleben wollte und nun mit dem Spanier und meinen zwei kleinen Grazien ist es endlich soweit. Da es unsere Freunde in das benachbarte Holland verschlagen hat, kommen wir während des Besuches in den Genuss auch Amsterdam endlich kennenzulernen. Unser erster ausländischer Städtetrip zu Viert! Was wundervoll war und ich euch empfehlen kann und was ihr besser sein lasst, könnt ihr jetzt hier nachlesen.

Städtetrips find ich seit jeher wunderbar! Für ein paar Tage dem Alltag entfliehen und in eine neue Umgebung eintauchen und sie mit all ihren Besonderheiten kennenlernen und geniessen. Ein spannender Museumsbesuch, eine Stadtführung mit vielen interessanten Geheimnissen, ein bißchen Shoppen und zum Schluß einen gemütlichen Aperol Spritz an einem sonnigen Plätzchen und dazu eine kulinarische Spezialität aus der Gegend. Dabei gaaaanz viel treiben lassen und einfach nur erleben… genau mein Ding!

So oder so ähnlich sahen meine Städtetrips b.c. (before child) aus. Heute ist das ein wenig anders: wir lassen uns zwar immer noch treiben, allerdings eher von den Launen und Bedürfnissen unserer Kinder – Hunger, Pipi, müde – und dazwischen noch ein bißchen was von der Stadt sehen. Seitdem wir nicht mehr mit Babys sondern mit Kleinkindern (fast 2 und 3,5 Jahren) reisen, lernen wir die Städte immer mehr als Familie kennen – Kultur und Kulinarik für den Spanier und mich und Spielplätze und kindgerechte Attraktionen für die Kleine und die Klitzekleine. Familie halt!

Eine Grachtenfahrt ist lustig…

Als wir uns an unserem ersten Tag in Amsterdam auf den Weg in die Altstadt machen, nieselt es dezent. Da wir uns und unseren Kindern die Laune nicht bereits in den ersten Minuten von einem Wetterchen verderben lassen wollen, entscheiden wir uns gleich hinter dem Rijksmuseum in ein Hop-on-Hop-off-Schiff zu steigen und eine Grachtenfahrt mit einem überdachten Schiffchen zu machen. Die Kleine ist hellauf begeistert, die Klitzekleine auf dem Weg zum Pier im Kinderwagen eingepennt… Kein Problem! Hat uns doch die nette Frau beim Verkauf der Tickets versichert, dass wir den Kinderwagen locker durch die Mittelreihe des Schiffchens lenken können. Als wir den Kinderwagen mit der schlafenden Klitzekleinen die paar Stufen (eher eine Leiter) ins Schiff hineingehievt haben, stellen wir fest, dass diese Aussage für unseren Kinderwagen nicht zutrifft. Da wir aber nicht wieder aussteigen wollen, absolvieren der Spanier und ich ein kleines Sportprogramm und tragen den Kinderwagen noch immer mitsamt schlafender Klitzekleinen über die Bänke hinweg bis ans Ende des Schiffchens, wo die Kinderwagen aus Sicherheitsgründen zu platzieren sind. Als wir endlich sitzen, wird es eine gemütliche 1,5 Std. fahrt durch die Kanäle der europäischen Metropole. Auf unserer Tour bekommen wir einen tollen Eindruck von Amsterdam. Beim A’DAM Lookout überlegen wir kurz, ob wir unsere Kinder packen und auf dem Aussichtsturm steigen sollen, da es aber noch immer nieselt und grau bedeckt ist, entscheiden wir uns dafür den bekannten Aussichtspunkt für einen sonnigen Tag aufzuheben und weiterzuschippern.

Das Bild zeigt wie Regen ans Fenster tropft. Hinter dem Fenster befindet sich Wasser mit zwei Schwänen und eine Häuserfront aus Amsterdam.
Überdachte Grachtenfahrt bei Nieselregeln – Hauptsache es gibt Schwäne

Holländische Kultur in der Prinsengracht

In der Prinsengracht unweit des Anne Frank Hauses beenden wir unsere Grachtenfahrt. Die Klitzekleine, die mittlerweile ausgeschlafen und wieder topfit mit von der Partie ist, hat keine Lust mehr auf den Kinderwagen. Also geht es zu Fuß weiter… Wer schon mal zu Fuß in Amsterdam unterwegs war, weiss, es lauern genau zwei große Gefahren auf dich (und deine kleinen Wirbelwinde): Fahrradfahrer und barrierefreie Grachten! Für uns heisst das, der Spanier schiebt den Kinderwagen und ich habe rechts und links ein ziehendes Kind an der Hand, das davor geschützt werden muss, nicht vom Fahrradfahrer über den Haufen gefahren zu werden und ganz nebenbei auch nicht in einer Gracht landen soll! Ich sage nur soviel: im Schweiße meines Anblicks habe ich es geschafft, sie unversehrt auf die nächste Straßenseite zubekommen. Denn auf der befindet sich sowohl das Tulpen als auch das Käsemuseum.

Da sich, wie ich anfangs bereits erwähnte, die Art zu Reisen mit Kindern leicht verändert, entscheiden wir uns nur für ein Museum: das Käsemuseum. Da das kostenfreie Käsemuseum recht klein ist und bereits viele Käsebegeisterte im Inneren anzutreffen sind, machen die Kleine und ich einen Schnelldurchgang durch das kleine Museum im Untergeschoss und verkosten im Anschluss etwas länger Käse im Erdgeschoss. Hier erfüllen sich Käseträume… Käse in jeder Sorte und in allen Farben ist hier zu finden. Die Kleine findet den pink-blau-grün gestreiften Käse am besten! (Verständlich!) Um einen grünen (Pesto-)Käse und zwei Kühlschrankmagneten reicher, gesellen wir uns wieder zum Rest der Familie, die draußen auf uns gewartet hat, da das Käsemuseum nicht Buggy-geeignet ist.

Das Bild zeigt einen großen Käselaib aus dem Käsemuseum in Amsterdam.
Das Beste am Käsemuseum ist das „Käse-naschen“!

Feuerwehreinsatz in der Pancake Bakery

Dort draußen herrscht mittlerweile dicke Luft oder sollte ich lieber „Hunger“ sagen. Jetzt wird es ernst. Schnell fragen wir auf der Straße einen hilfsbereiten Ortskundigen nach dem nächstgelegenen Pfannkuchenrestaurant. Fünf Minuten später stehen wir in der Pancake Bakery und warten auf unseren Tisch. 15 weitere Minuten später sitzen meine Kinder glücklich mit Feuerwehrhelm auf dem Kopf vor ihrem Feuerwehrpfannkuchen und „löschen“ ihren Hunger. Der Spanier und ich klatschen uns gedanklich ab „Puh, das hätte knapp werden können!“

In der Pancake Bakery gibt es alle denkbaren Kreationen und Varianten des bekannten Eierkuchens. Da wir in Nähe der Theke sitzen, bekommen wir einige dieser Varianten zu sehen und können beobachten wie diese über dem offenen Feuer gebacken werden. Das rustikale Restaurant ist für eben diese Vielfalt bekannt. Es gibt zwar weder Kinderstuhl noch Wickelmöglichkeit (auch der Kinderwagen sollte sich klitzeklein zusammenfalten lassen!), trotzdem können wir anschließend als satte, zufriedene Familie unseren Erkundungsgang durch Amsterdam fortsetzen.

Auf dem Bild ist ein typisch holländischer Pfannkuchen auf einem Tisch zu sehen. Hinter dem Pfannkuchen stehen eine Speisekarte und alle typischen Dopings wie Zimt und Zucker, Ahornsirup.
Ob süß oder pikant – ohne Feuerwehrhelm, ohne meine Kinder 🙂

Auf zum königlichen Palast

Da es mittlerweile nicht mehr nieselt, entscheiden wir uns für einen Spaziergang zum Koninklijk Palais (Königspalast) am Dam Platz. Auf dem Weg dorthin dringt uns das eine oder andere „süße“ Düftchen in die Nase und die vielen regenbogenfarbigen Schilder machen uns deutlich, dass wir uns im liberaleren Amsterdam befinden. Gestärkt vom Pfannkuchen will die Klitzekleine noch immer nicht im Kinderwagen sitzen, somit bummeln wir sehr gemütlich – mal vor, mal zurück – durch die Straßen und haben genug Zeit, Amsterdam zu erleben. Endlich am Dam Platz angekommen, jagen die Mädels ein paar Tauben hinterher – die gibt es hier in Scharen. Die Klitzekleine versucht sie zu schnappen und zu streicheln und ich versuche sie davon abzuhalten. Hier scheint immer etwas los zu sein.

Entspannter Ausklang im Kindercafé

Wären der Spanier und ich jetzt zu zweit unterwegs, hätten wir wahrscheinlich jetzt ein kleines Restaurant an einer Gracht angesteuert und gemütlich ein Gläschen Wein getrunken und überlegt, was wir als nächstes machen könnten… Da unsere Mädchen das wohl sterbenslangweilig fänden, steuern wir stattdessen das Kindermode Store und Café Mini Markt ein wenig außerhalb der Altstadt an. Dort bekommen wir zwar keinen Wein, sondern Kaffee, aber die Kleine und die Klitzekleine können sich in die Spielecke zurückziehen und mal ein paar Minuten in Ruhe ohne ihrer Erzeuger vor sich Hinbröseln. Ein perfekter Ausklang für einen aufregenden Tag in Amsterdam.

Auf dem Bild ist eine CaféTheke mit Kuchen, Croissants und anderen Köstlichkeiten zu sehen.
Kinderstore & Café mit Spielecke, Kaffee und schönsten Kindersachen – perfekter Ausklang!

Ein neuer Tag, ein neues Programm

Samstag! Da die Mädels gestern so toll mitgemacht haben, dürfen sie heute mit dem Spanier und unseren Freunden zur Belohnung ein paar Ziegen streicheln …und zwar auf der Ziegenfarm Ridammerhoeve. Von diesen kleinen Höfen gibt es in Amsterdam einige, die Ziegenfarm Ridammerhoeve liegt jedoch idyllisch im Het Amsterdamse Bos. Dort können die Mädels nicht nur Ziegen streicheln und füttern, sondern sich auch auf dem Spielplatz ordentlich austoben.

Während sich unsere Familien „tierisch“ vergnügen, flanieren meine Freundin (weibliches Oberhaupt der benannten befreundeten Familie) und ich gemütlich durch ein sonniges Amsterdam. Wir genießend die Auslage individueller, kleiner Boutiquen und Lädchen und landen wie zufällig irgendwann beim bekannten Bloemenmarkt (Blumenmarkt). Tulpen in allen Farben und Formen erfreuen dort die Herzen. Aber nicht nur Tulpen, auch diverse andere Blumenarten sind dort zur Verschönerung des Heimes günstig zu erschwingen. Kurz überlege ich, ob ich nicht anstelle der Tulpenzwiebeln mit der zweitbekanntestes Pflanze Hollands meinem Balkon begrünen soll – aber ich denke, meine Nachbarn würden sie ratzfatz ernten und aufrauchen… und dann wäre mein Balkon ganz schnell wieder farblos. Also, werden es Tulpen! 🙂

Ein Bild vom Blumenmarkt in Amsterdam mit vielen verschiedenen Blumensträußen, die zum Kauf angeboten werden. Tulpen, Rosen und viele mehr in allen erdenklichen Farben.
Blumen in allen Farben und Formen… manche mehr manche weniger „betörend“ 😉

Ein Kaffee mit Ausblick

Schwer bepackt mit Tulpen und Tulpenzwiebeln dürstet es uns nach Kaffee – bei dem heutige herrschenden Traumwetter entscheiden wir, dass der natürlich irgendwo eingenommen wird, wo uns die Sonne ins Gesicht lacht. Umso irritierter bin ich als mich meine Freundin in ein kleines Einkaufszentrum (Kalverpassage) navigiert, dessen Eingang ich fast übersehen hätte. Hier gibts keine Sonne, nicht mal ein Fitzelchen! So scheint es… doch schnell werde ich eines Besseren belehrt…. Als wir im gläsernen Aufzug in den 3. Stock fahren, habe ich auf einmal freie, sonnige Sicht über Amsterdam und als sich die Aufzugtür öffnet, stehe ich in einem sonnendurchfluteten Café. Das Blue Amsterdam ist ein Restaurant mit 360 Grad Ausblick über Amsterdam. Viele Sehenswürdigkeiten Amsterdams sind von hier oben sichtbar. Wir haben Glück und ergattern zwei Korbsessel direkt an der riesigen Fensterfront und geniessen dort in Ruhe den Ausblick und unseren Latte Macchiato. Ihr wisst ja, wie sehr ich Ausblicke liebe… 🙂 Definitiv ein Must-See in Amsterdam!

Das Bild zeigt die Aussicht aus dem Café Blue Amsterdam durch eine Glasscheibe. Unterhalb des Cafés erstreckt sich Amsterdam.
Über den Dächern von Amsterdam – 360 Grad Rundblick im Blue Amsterdam

Family Lunch in Da Food Hallen

Da man im Blue schnell die Zeit vergessen kann, müssen wir uns im Anschluss sputen. Es geht zum Lunch date mit unseren Familien. Wir sind in den Food Hallen, dem ersten Indoor-Foodmarket Amsterdams, verabredet. Das ehemalige Tram Depot ist in Amsterdam als De Hallen bekannt und beherbergt neben den Food Hallen, auch eine Zweigstelle der öffentlichen Stadtbücherei, ein Programmkino, ein Hotel und andere lokale Läden.

Wer schon einmal in Madrid war, wird in den Food Hallen das Konzept des Mercado de San Miguel wiedererkennen. Die vielen, verschiedenen Stände mit ihren lokalen und internationalen Leckereien lassen das Herz – bzw. den Magen – hüpfen. Unser Lunch besteht aus einem bunten Potpourri unterschiedlichster Köstlichkeiten: von belgischen Pommes und italienischer Pizza, bis hin zu vietnamesischen Sommerrollen und den national bekannten Bitterballen (runde holländische Fleischkroketten). In den Food Hallen herrscht ein munteres Treiben und wir sind froh, dass wir einen Tisch für uns alle ergattern. Da es für die Kinder hier nach dem Essen nicht viel zu tun ist und sie aufgrund vielen Menschen nicht „herumlaufen“ können, entscheiden wir uns unseren Cafecito im der nahegelegenen Bibliothekscafé Belcampo einzunehmen. Dort gibt es nämlich auch eine Spielecke für die Kleinen.

Das Bild zeigt eine Nahaufnahme von Süßkartoffel - und normalen Pommes mit Mayonnaise und den holländischen Nationalgericht de Ballen.
Internationale & nationale Leckereien in den Food Hallen (Probiert die Ballen!)

Noch einmal nach Amsterdam?

Nach dem leckeren Mittagessen, das bis weit in den Nachmittag zelebriert wurde (untypisch deutsch, aber typisch spanisch – wir sind d-anisch 😉 ), verabschieden wir uns schweren Herzens von Amsterdam und machen uns auf den Weg nach Hause, damit die Kinder dort noch in Ruhe spielen können.

Amsterdam ist – auch bei Nieselregen im Februar- eine bezaubernde Stadt, die mit ihren Grachten und den kleinen Lädchen für einen ganz besonderen Charme sorgt. Wie ihr gerade gelesen habt, kann man auch mit Kleinkindern und im Februar eine tolle Zeit dort verbringen. Beim nächsten Mal kommen wir aber bei schönerem, wärmeren Wetter, denn dann gibt es noch mehr tolle Attraktionen mit Kindern zu erleben… und definitiv stehen beim nächsten Besuch ein, zwei Museen auf der To-See-Liste, davon gibt es in Amsterdam einfach zu viele interessante, um diese auszusparen (Rijksmuseum, Van Gogh, NEMO, Moco, Handtaschen-Museum, Diamanten-Museum, Tassen-Museum, Eye Film Museum,… ihr seht, es gibt einiges zu tun!)

Also, ob wir wiederkommen? Ganz bestimmt! 🙂

Eure Lia

 

 

Falls Ihr Fragen zu unserem Trip nach Amsterdam habt oder selber einen Ausflug nach Amsterdam plant und Fragen habt, schreibt mir einen Kommentar oder eine E-Mail und ich unterstütze, wo ich unterstützen kann. 


Tipps & Tricks für Amsterdam

Überlegt Euch vorab, welche Museen ihr sehen wollt und reserviert die Tickets im Internet, so umgeht ihr lange, lange Wartezeiten oder evtl. sogar gar keinen Einlass zu bekommen.

Das NEMO ist dafür berühmt, auch für Kinder sehr spannend zu sein. Aber nicht nur das Museum ist zu empfehlen, auch das Café auf dem Dach des NEMOs ist bei gutem Wetter einen Besuch wert. Von dort habt ihr einen wundervollen Ausblick auf Amsterdam.

Mit einem Kinderwagen kommt ihr in Amsterdam generell gut voran, allerdings kann es am Wochenende sehr voll werden – besonders in den bekannten Einkaufsstraßen. Auch sollte sich der Kinderwagen klein zusammenfalten lassen, für gemütlich Grachtenfahrten (wie ihr oben gelesen habt, geht es mit ein bißchen Kraftaufwand auch anders…) und enge Restaurants.

Auch wenn man in der Altstadt keine Scharen von Kindern sieht, habe ich die Holländer als sehr freundlich (auch kinderfreundlich) erlebt.

 

 

Zeigt mir Eure Urlaubserinnerungen!

Mich freut es immer, wenn euch meine Erfahrungen und Tipps weitergeholfen haben. Falls Ihr gerne Eure Urlaubserinnerungen mit mir teilen wollt, verlinkt mich gerne auf eure Bilder oder verwendet den Hashtag #liaslieblingsleben, damit ich von ihnen erfahre. Für weitere Tipps oder eure Meinung freue ich mich, wenn ihr ein paar Zeilen im Kommentar hinterlasst!

3 Kommentare zu „Amsterdam mit Kleinkindern

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